Ein persönliches Weihnachtserlebnis

Ich war ein kleiner Junge, etwa vier Jahre  alt. Der Beginn dieser kurzen Geschichte ist schon im Sommer

christbaumkugel_schritt3christbaumkugel_schritt3Donner, Blitz und sicher auch Regen. Alles was der kleine Andreas gar nicht mag. Was tun? Ich muss ein Versteck suchen. Wo ich nichts sehe und höre. Meine Oma scheint ja keine Zeit für mich zu haben. Nur wohin? Da ist doch das Schlafzimmer meiner Großeltern, und darin ist ein sehr großer Schrank. Also schnell zwischen zwei „extrem hellen Blitzen und ohrenbetäubendem donnern“ in den ersten Stock und ins Schlafzimmer. Schranktür auf, hinein gekrochen und Tür zu. So saß ich wohl eine viertel Stunde. Langsam öffnete ich die Tür. Nichts zu hören. Ich wollte schon aus dem Schrank, da sah ich ihn. Den rosaroten Panther!!! Fast so groß wie ich. Voller Freude schnappte ich ihn und lief zu meiner Oma in die Küche. „Oma, Oma schau was ich gefunden habe“, und hielt ihr meinen neuen Freund unter die Nase. Vom abwaschen  (ich weiß es nicht mehr genau) innehaltend und sofort das Stofftier an sich nehmend meinte sie“ Das Christkind hatte zuviel Pakete und es mußte was hier lassen“  Ihr unter Tränen in den ersten Stock folgend ( habe meine Oma noch nie und auch später nicht mehr so schnell den ersten Stock „rauf fliegen“ sehen), rief sie aus dem Schlafzimmer, „Oh das Christkind war gerade da, und hatte genug Platz für das Packerl“ Ich kam ins Schlafzimmer, das Fenster weit offen aber mein Freund war nicht da. Weg, ohne jede Spur. Hat das Christkind wirklich Platz gehabt? Mindestens gefühlte zwei Stunden heulte ich wegen dem rosaroten Panther.

So vergingen Tag, Wochen und Monate und ich dachte natürlich nicht mehr daran einen eventuellen und rosaroten Spielgefährten zu haben. So kam Weihnachten, der Heilige Abend. Natürlich musste ich das Zimmer verlassen, das Christkind wollte ja alleine sein, und brauche meine Hilfe nicht. Dann, eine Glocke läutete, ich stürmte ins Wohnzimmer und sah wieder einmal den schönsten Christbaum der Welt. Nach vielen, meiner damaligen  Meinung nur hinauszögerten Gebeten und Gesängen, endlich Bescherung. Wow, ein riesengroßes Packerl. Na, das wird als erstes ausgepackt. Ohne Rücksicht auf Verluste beim Verpackungsmaterial wurde gezogen, gezerrt, zerrissen und endlich war ER befreit. Ich staunte nicht schlecht. Mein Freund vom Sommer war wieder da. Anscheinend waren meine Oma und das Christkind doch gute Freunde. Der rosarote Panther war wieder da. Ich hüpfte, jubelte und war in diesem Moment der glücklichste Junge der Welt.

Jetzt, über vierzig Jahre nach diesem Erlebnis, denke ich noch immer lächelnd zurück an diese Geschichte.

Und meine Oma, mein Opa und natürlich der rosarote Panther namens Pauli werden da oben herunterschauen und ihr eigenes Weihnachtsfest haben.

Frohe Weihnachten Euch allen.

 

 

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