Eine göttliche Vorstandssitzung (Teil 2)

AG

„Meine lieben Mitglieder, danke, dass ihr zur alljährlichen Sitzung gekommen seid. Wenn dies heuer auch in etwas ungewohnter und kleinerer Umgebung,“ eröffnete der Vorstandsvorsitzende die diesjährige Versammlung mit seiner gewohnt markanten Stimme.

Er blickte in die Runde und strich sich dabei durch seinen langen Bart.

„Das heutige Programm könnt ihr in den Steintafeln, welche vor euch liegen, entnehmen. Diesmal kommen wir nur auf acht und nicht wie gewohnt auf zehn. Wir mussten aufgrund diverser Sparmaßnahmen zwei unserer Notiztafeln kurzfristig in die Abteilung für Restaurierungsangelegenheiten ausleihen. Dort werden die zehn Gebote renoviert,“ sagte er, und nahm einen Schluck frisch gebrautes Weihwasser. „Die zuständigen Vorstände bitte ich der Reihe nach die Punkte der Tafel abzuarbeiten. Noch Fragen?“

Wieder ein Blick zu jedem versammelten. Keiner hatte etwas einzuwenden. „Nun dann beginnen wir mit Punkt Eins. Jesus, das Thema Bodenpersonal bereitet uns zurzeit ein wenig Sorgen.“ Er blickte zum Mann an seiner rechten Seite.

Dieser stand auf, nahm eine weitere Steintafel, brach diese, und teilte die einzelnen Stücke an alle Mitglieder aus. „Werter Vorsitzender, geschätzte Mutter, liebste Magdalena und liebe Brüder, begann er fast etwas dramatisch. „Wie ihr auf der Tafel, welche ihr von mir erhalten habt, erkennen könnt, stagniert die Zahl der Wein- und Hostien-Genießer. Mein Plan wäre nun, wie ihr am Ende des Berichts lesen könnt, das Bodenpersonal einer neuen Schulung zu unterziehen. Der von uns eingesetzte Bereichsleiter vor Ort hat schon mit einigen Maßnahmen begonnen. Zu seiner Unterstützung möchte ich jedoch gerne wieder eine Schar Erzengel auf die Erde senden. Falls dies im Vorstand angenommen wird, müssen wir jedoch darauf achten, deren Anreise nicht zu gewaltig erscheinen zu lassen, da sonst viele eine Apokalypse erwarten. Wobei, vielleicht wird dann kurzfristig die Zahl der Gläubigen steigen,“ scherzte Jesus kurz. Auf fast jedem Gesicht war ein kurzes lächeln zu erkennen. „Geheiligte Mitglieder, wie steht ihr zu diesem Vorschlag?“

 „Generell ein guter,“ warf Erzengel Michael ein, der sozusagen der Anführer der Erzengelgang war „aber vielleicht sollten nur zwei oder drei von uns fürs Erste aufbrechen. Außerdem sind zwei meiner Männer derzeit auf Urlaub bzw. im Krankenstand. Durch das eher ruhige Leben ist bei einem ein Flügel leicht angerostet.“ „Wo kann man den um diese Zeit Urlaub machen?“ wollte Apostel Thomas wissen. „Er weilt derzeit im Sternbild Orion, dort soll es um diese Zeit sehr schön sein“

„Bleiben wir bei der Tagesordnung“ mahnte Gott ein. „Wer ist also für den Vorschlag von Jesus?“ Alle hoben ihre Hände, nur der Heilige Geist gurrte, was aber auch als Ja zu rechnen war. „Gut einstimmig angenommen und in Stein gemeißelt“ Man sah Gott an, dass er mit dem Verlauf zufrieden war. Er blickte auf seine Sonnenuhr und sagte „Eine kleine Pause von fünfzehn Minuten für alle.“ Und genoss eine Götterspeise.

 

 

Fortsetzung folgt….

 

P.S. Ich erwähne hiermit ausdrücklich mit diesem Artikel keine Religion oder Glaubensrichtung in irgendeiner Weise beleidigen zu wollen. Sollten sich einzelne Personen oder Institutionen angegriffen fühlen, bitte ich um Nachsicht.

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